Cannabis & Partydrogen

Jugendliche suchen in Suchtmitteln Entspannung. Cannabis ist beliebt und einfach zu beschaffen. Das Themenheft erklärt, warum der Konsum Menschen negativ beeinflusst, gibt Empfehlungen ab und benennt Fachstellen.

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Cannabidiol (CBD) in Cannabisprodukten

Das Angebot und die Nachfrage an CBD-haltigen Produkten hat stark zugenommen. Neben einer schnell wachsenden Anzahl von Geschäften, die CBD-haltiges, THC-armes Cannabis verkaufen, kommen fortwährend neue CBD-haltige Produkte auf den Markt. Das Factsheet von Sucht Schweiz liefert Informationen unter anderem zu Wirkung, Risiken und Rechtslage.
Factsheet 

Schulhausdealer – harte Strafandrohung

Cannabis Joint
Quelle: Kapo SG 2016

Das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) sieht in Art. 19 Strafen bis zu drei Jahren für jene vor, die Betäubungsmittel anbauen, herstellen, handeln, lagern, versenden, befördern oder für jemanden beschaffen. Wer in unmittelbarer Nähe von Ausbildungsstätten von Jugendlichen oder in ihrer nahen Umgebung gewerbsmässig handelt, wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft.

Betäubungsmittelgesetz (BetmG)

Cannabis – berauschende Wirkung

Cannabis aus dem Anbau von Indoor-Plantagen zeigt eine hochpotente Wirkung. Der Tetrahydrocannabinol-Gehalt (kurz THC) ist um ein Mehrfaches höher als das Cannabis der 70er-Jahre. Das heutige Cannabis erreicht einen THC-Wert von über 30%. Damit kommt die Wirkung dem LSD (Lysergsäurediethylamid) sehr nahe und kann Psychosen auslösen. Das THC legt im Fettgewebe sofort Depots an, was dazu führt, dass das THC zu einem späteren Zeitpunkt nochmals ohne weiteren Konsum Wirkung zeigen kann. Der unvorbereitete Eintritt  wird Flashback genannt. Gerade als Lenker eines Fahrzeuges oder bei der Arbeit an einer Maschine kann eine erneute und unerwartete Wirkung sehr gefährlich sein. Demnach können Personen, welche sich durch den Drogenkonsum entspannen möchten, das Gegenteil erleben.

Der THC-Gehalt von Industriehanf liegt unter 1 %. 

Suchtschweiz  

Drugcom (informatives Lexikon)

SRF mySchool, Videofilm über Hanf, 30 min, vom 10.5.2013

Partydrogen – Herkunft, Wirkung, Problematik

Quelle: SKP

Der Begriff Partydrogen umschreibt chemisch hergestellte Drogen oder andere Substanzen. Partydrogen können ohne grossen Aufwand oder tiefgründiges Fachwissen günstig hergestellt werden. Ihre Rezepturen verändern sich ständig und es kommen laufend neue hinzu. Dies macht sie für Konsumentinnen und Konsumenten besonders unberechenbar. Sie experimentieren, indem sie verschiedene Substanzen zu sich nehmen und die Wirkung durch Alkoholkonsum beeinflussen. Gerade für junge Menschen üben sie deshalb einen besonderen Reiz aus. Während einige Substanzen aufputschend wirken, beruhigen andere. Ein Mischkonsum kann lebensbedrohliche Situationen herbeiführen.

Drogen sind gemäss Gesetz Substanzen, die in einer Liste aufgenommen wurden.

Jugendstrafverfahren – kurz erklärt

Jugendliche werden im Alter von 10 Jahren strafmündig und sind bis zur Volljährigkeit dem Jugendstrafgesetz unterstellt. Das Jugendstrafgesetz sieht vor, dass Jugendliche, die strafbare Handlungen begangen haben, mit geeigneten Massnahmen gelenkt werden und den Lebensweg ohne Delinquenz finden. Dabei können Lehrpersonen oder andere Fachpersonen beratend mitwirken und zur Findung von geeigneten Massnahmen beitragen. Beratende Fachpersonen unterstehen einer Schweigepflicht. Bussen oder ein Freiheitsentzug sind bei schweren Straftaten möglich. Strafeinträge aus Jugendsünden im  Bereich von Übertretungen, werden mit Erreichen der Volljährigkeit unsichtbar gemacht und tauchen in keinem Leumundsbericht auf.

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Strafbare Handlungen, die Jugendliche begangen haben, werden meist durch die Polizei festgestellt oder dort angezeigt. Die Polizei nimmt erste Ermittlungen auf und spricht das weitere Vorgehen mit der Jugendanwaltschaft ab. Werden Jugendliche befragt, haben sie Recht auf eine Begleitung durch die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Die Jugendanwaltschaft verfügt Zwangsmassnahmen wie Festnahme, Hausdurchsuchung oder Beschlagnahmung.

Jugendliche Opfer haben je nach der Schwere der Straftat, die gegen sie verübt wurde, Recht auf Opferhilfe und geeignete Begleitung. Dies können Eltern oder Fachpersonen sein.

Freelance – Suchtpräventionsprogramm für die Oberstufe

«freelance» ist ein Suchtpräventionsprogramm mit flexibel einsetzbaren Unterrichtseinheiten, welches Sie selbst auf Ihre Zeit- und Themenbedürfnisse abstimmen können. Das Unterrichtsmaterial basiert auf den neuesten Erkenntnissen, Zahlen und Fakten zu Risiko- und Konsumverhalten. Das dreiteilig aufgebaute «freelance»-Präventionsprogramm bietet die zwei Themenpakete «Tabak/Alkohol/Cannabis» und «Neue Medien» an.