Mobbing in der Schule

Andere systematisch zu schikanieren ist digital rund um die Uhr möglich. Dies bringt für die Opfer einen unermesslichen Leidensdruck. Das Themenheft Mobbing in der Schule motiviert Personen im Schulbereich hinzuschauen und zu handeln.

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Friedensstifter auf dem Pausenplatz

ein Erfolgsrezept

Mobbing als eine Gewaltform beginnt in der Schule oft unbemerkt von Lehrpersonen. Selbst in der Klasse bemerken es Schülerinnen und Schüler gar nicht oder nur in einem begrenzten Personenkreis. Wird Mobbing früh erkannt, müssen nicht zwingend Fachdienste beigezogen werden. Es kann sein, dass eine frühe niederschwellige Reaktion erfolgsversprechend ist. Verschiedene Projekte setzen dazu Friedensstifter aus den eigenen Reihen ein: speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler. Die jugendlichen Friedensstifter werden in Kursen professionell auf ihre Arbeit vorbereitet. Es ist ganz wichtig, dass sie keine Partei ergreifen, sondern neutral vermitteln und Lösungsansätze aufzeigen.

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Bekannt ist das Peacemaker-Projekt von National Coalition Building Institute Schweiz, kurz NCBI. Es wurde in der nationalen Kampagne «Jugend und Gewalt» vom Bund in Auftrag gegeben. Das nationale Präventionsprogramm wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Peacemaker sind aber weiterhin aktiv und erfolgreich.
Das Schweizerische Rote Kreuz stärkt in seinem Angebot «Chili» die Kompetenzen von Kindern. Dabei werden Kinder konfliktfähiger, respektieren gegenseitig die Meinungen anderer und stärken die Schutzfaktoren der Kursteilnehmenden. Die Trainings werden für Kinder, Jugendliche oder Fachpersonen aus dem Bildungsbereich angeboten und sind darum massgeschneidert. In Rollenspielen wird das Erlernte geübt und vertieft und in Theorie-Inputs weiter entwickelt. Rückmeldungen aus der ganzen Schweiz zeigen, wie erfolgreich der Einsatz von jugendlichen Friedensstiftern ist. Die Verantwortlichen betonen, dass ihr Einsatz eine präventive Wirkung an.
Das Amt für Volksschule des Kanton St.Gallen bietet unter dem Titel «Gewaltprävention in der Schule» ein Literaturverzeichnis hat.

Bildquelle: Erich Ochsner - Vater und Sohn, freie Nutzung UVK Verlagsgesellschaft Konstanz

 

 

 

 

Mobbing – Früherkennung und Frühintervention

Personen im Schulbereich sind oft mit Mobbingvorwürfen zwischen Schülerinnen und Schülern konfrontiert. Die Tatsache, dass mit Smartphones persönliche Geheimnisse und Bilder verbreitet werden, erschwert das Handeln. Holen Sie bei den Jugenddiensten Rat, indem Sie die Handlungen anonymisiert schildern. Für akute Krisen steht den Lehrpersonen auch die Kriseninterventionsgruppe des SPD mit Rat oder Interventionen zur Seite.

Cybermobbing – Alles, was Recht ist

Digitale Medien lassen es zu, dass Opfer rund um die Uhr mit fiesen Gemeinheiten 'berieselt' werden können. Der Begriff «Cybermobbing» verdeutlicht diese Tatsache, denn Mobbing erfolgt mit Hilfe von elektronischer Kommunikationsmittel. Dadurch werden viele Mitwisser erreicht. Mit sogenannten 'Fake'-Profilen werden Unschuldige zu Tätern verurteilt, ohne dass diese für das Mobbing verantwortlich sind. Die Auswirkungen für Opfer sind von aussen betrachtet nur sehr schwer einschätzbar. Für Verantwortliche und Entscheidungsträger gilt es, genau hinzusehen und schnell zu handeln.

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Das Schweizerische Strafgesetzbuch kennt keinen eigentlichen Mobbing-Artikel. Mögliche strafbare Handlungen, wie Verleumdung, Beschimpfung oder Drohung sind Antragsdelikte. Die missbräuchliche Verwendung von digitalen Medien ist im Strafgesetzbuch geregelt. Kommt es zu einer Anzeige, liegt die Fallführung bei minderjährigen beschuldigten Personen bei der Jugendanwaltschaft am Wohnort. Eine Anzeige kann im Kanton St.Gallen bei der örtlichen Polizeistation oder ausserkantonal am jeweiligen Wohnort erstattet werden. Nicht jede angezeigte strafbare Handlung führt zu einer Verurteilung. So erfahren Opfer nicht immer Genugtuung und Wiedergutmachung. Ein couragiertes Verhalten von aussenstehenden Personen stoppt in der Regel die Gewaltspirale.

Opfer von Mobbing, deren Angehörige oder Bezugspersonen werden in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden durch Fachpersonen der Opferhilfestelle, ihrem Hausarzt oder der Krankenkasse beraten.

Tipps zur Früherkennung von Mobbing

Checkliste für Erziehende 

  • Schenken Sie Verhaltensveränderungen bei Kindern Beachtung. Sie können Anzeichen von Mobbing sein.
  • Sprechen Sie Kinder auf die mögliche Ursache für Cybermobbing an.
  • Sichern Sie Beweise für Cybermobbing-Attacken! Drucken Sie Webseiten aus, speichern Sie Chatdialoge, löschen Sie unter keinen Umständen SMS oder MMS, die auf die Täterschaft hinweisen könnten. Dies ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung durch die Polizei von grösster Bedeutung!
  • Nehmen Sie Kontakt mit den Eltern der Cybermobbing-Täter auf und verlangen Sie, dass das Cybermobbing eingestellt wird.
  • Besprechen Sie den Cybermobbingfall mit der Klassenlehrperson und wenn möglich auch mit dem Schulsozialdienst. Bestehen Sie darauf, dass sich auch die Schule um diesen Fall kümmert, vor allem, wenn die Cybermobbing-Attacke aus dem Klassenverband kommt.
  • Wenn die Cybermobbing-Attacke nicht unverzüglich aufhört, informieren Sie die Polizei.
  • Nehmen Sie externe Hilfe, zum Beispiel von einer Opferhilfestelle oder einer Jugendberatungsstelle, in Anspruch.


© Schweizerische Kriminalprävention (SKP)

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